WEBVTT

00:00:01.040 --> 00:00:04.600
Environmental Social Governance,
kurz ESG,

00:00:04.760 --> 00:00:09.320
definiert ökologische, soziale
und unternehmensstrategische Kriterien

00:00:09.480 --> 00:00:13.200
für nachhaltiges,
verantwortungsvolles Wirtschaften.

00:00:13.360 --> 00:00:17.240
Der BGM-Experte Kurt Gläser zeigt auf,
was darunter zu verstehen ist

00:00:17.400 --> 00:00:21.560
und wie Arbeits- und Gesundheitsschutz
ESG-Kriterien erfüllt

00:00:21.720 --> 00:00:23.480
und wie Unternehmen ihre Pflicht

00:00:23.640 --> 00:00:27.040
zur Nachhaltigkeitsberichterstattung
erfüllen können.

00:00:27.200 --> 00:00:30.760
Nachhaltigkeit hat
klassischerweise 3 Dimensionen.

00:00:30.920 --> 00:00:37.520
Die ökologische Nachhaltigkeit, die soziale
und die wirtschaftliche Nachhaltigkeit.

00:00:37.680 --> 00:00:39.960
Das heißt, die Umweltstandards,

00:00:40.120 --> 00:00:44.480
alles, was in Richtung Klima einzahlt,
spielt eine Rolle.

00:00:44.640 --> 00:00:48.960
Soziale Nachhaltigkeit, wie gehe ich um
mit der Mitarbeitergesundheit,

00:00:49.120 --> 00:00:51.960
mit der Vereinbarkeit
von Privatleben und Beruf,

00:00:52.120 --> 00:00:57.120
mit dem Thema Übergriffe,
was ein steigendes Thema ist.

00:00:57.280 --> 00:01:01.160
Habe ich einen Ansatz
im Arbeitsschutzmanagement-System?

00:01:01.320 --> 00:01:03.320
Welche Reichweite hat dieses System?

00:01:03.480 --> 00:01:05.280
Ich kann mir anschauen,

00:01:05.440 --> 00:01:11.040
welche Anzahl an Arbeitsunfällen
und Wegeunfällen gibt es im Betrieb.

00:01:11.200 --> 00:01:15.280
Das sind so Kennzahlen,
die in soziale Nachhaltigkeit einzahlen.

00:01:15.440 --> 00:01:19.840
In der ökonomischen Nachhaltigkeit
geht es darum,

00:01:20.000 --> 00:01:23.640
dass Gewinne ökonomisch nachhaltig
erwirtschaftet werden.

00:01:23.800 --> 00:01:26.320
Es geht nicht darum,
Gewinne zu erwirtschaften,

00:01:26.480 --> 00:01:29.000
um sie
in Nachhaltigkeitsprojekte zu stecken,

00:01:29.160 --> 00:01:33.680
sondern Gewinne ökologisch nachhaltig
klimasensibel erwirtschaften.

00:01:33.840 --> 00:01:37.200
Das wäre das ökonomische Ziel
der Nachhaltigkeit.

00:01:42.840 --> 00:01:45.320
CSRD oder CSRDI,

00:01:45.480 --> 00:01:48.160
Corporate Sustainability
Reporting Directive,

00:01:48.320 --> 00:01:52.520
die wurde eingeführt,
um die finanzielle Berichterstattung,

00:01:52.680 --> 00:01:56.280
der größere Firmen
seit langer Zeit unterliegen,

00:01:56.440 --> 00:01:59.760
durch diese Nachhaltigkeitskomponente
zu ergänzen.

00:01:59.920 --> 00:02:06.200
Mit der Zielsetzung, dass Investmentgeber,
Kapitalgeber, Banken vergleichen können,

00:02:06.360 --> 00:02:10.360
welches Unternehmen ist nicht nur
finanziell sicher aufgestellt,

00:02:10.520 --> 00:02:16.440
sondern hat auch Nachhaltigkeitsrisiken,
Klimarisiken auf dem Schirm.

00:02:16.600 --> 00:02:20.400
Das heißt, die Banken nehmen
diese Informationen, um zu entscheiden,

00:02:20.640 --> 00:02:25.040
wem gebe ich Kredite,
vielleicht günstiger oder mit Zinsaufschlag.

00:02:25.200 --> 00:02:29.160
Diesem Ziel dient eigentlich
die Nachhaltigkeitsberichterstattung.

00:02:29.320 --> 00:02:31.600
Was die Verpflichtungen betrifft,

00:02:31.760 --> 00:02:34.640
sind wir im Frühjahr 2025
in der Umbruchphase.

00:02:34.800 --> 00:02:39.320
Die Tendenz geht dahin,
dass Unternehmen ab 1000 Beschäftigte

00:02:39.480 --> 00:02:43.400
vielleicht erst ab 2027 oder 2028
berichtspflichtig werden.

00:02:43.560 --> 00:02:45.600
Das hat sich zeitlich verschoben.

00:02:51.240 --> 00:02:56.320
Nicht berichtspflichtigen
kleinen Unternehmen wird nahegelegt,

00:02:56.480 --> 00:02:58.920
sich freiwillig
mit dem Thema zu befassen.

00:02:59.080 --> 00:03:03.160
Es gibt freiwillige
Nachhaltigkeitsstandards.

00:03:03.320 --> 00:03:07.200
Weil irgendwann vielleicht
die größeren Firmen und Auftraggeber

00:03:07.360 --> 00:03:10.520
von ihren Zulieferern
Informationen benötigen.

00:03:10.680 --> 00:03:12.200
CO2-Ausstoß,

00:03:12.360 --> 00:03:16.040
dann zum Beispiel, wie gehe ich
mit der eigenen Belegschaft um,

00:03:16.200 --> 00:03:19.200
wie gehe ich mit Beschäftigten
in der Lieferkette um.

00:03:19.360 --> 00:03:23.000
Das sind Informationen,
die Auftraggeber,

00:03:23.160 --> 00:03:27.360
also größere Unternehmen,
voraussichtlich einfordern werden.

00:03:27.520 --> 00:03:31.080
Und dann sollten die kleineren
sprachfähig sein.

00:03:31.240 --> 00:03:36.240
Also wenn Management-Systemnormen
gefordert werden, Qualitätsmanagement

00:03:36.400 --> 00:03:40.280
oder Arbeitsschutzmanagement-Systeme
wie ISO 45001.

00:03:40.440 --> 00:03:46.440
Da legen Auftraggeber auch Wert darauf
und fordern solche Standards ein.

00:03:46.600 --> 00:03:51.960
Also der große Bestandteil
ist ja die ökologische Nachhaltigkeit.

00:03:52.120 --> 00:03:54.800
Da wird es
zum Beispiel darum gehen,

00:03:54.960 --> 00:03:59.480
wie geht ein kleines Unternehmen
mit Beschaffungen um.

00:03:59.640 --> 00:04:03.600
Denkt das auch schon weiter im Rahmen
Wertschöpfungskette, Lieferkette.

00:04:03.760 --> 00:04:05.320
Ganz einfaches Beispiel,

00:04:05.480 --> 00:04:10.400
welches Papier wird eingesetzt,
wie viele Drucker gibt es im Unternehmen.

00:04:10.560 --> 00:04:15.160
Kann man hier einsparen oder umsteigen
auf ökologisch nachhaltigere Produkte.

00:04:15.320 --> 00:04:19.080
Also es gibt eine Vielzahl
von Energiebeschaffungen,

00:04:19.240 --> 00:04:21.440
etwa die Photovoltaikanlage
auf dem Dach.

00:04:21.600 --> 00:04:24.480
Also ganz ganz viele Checkpunkte.

00:04:24.640 --> 00:04:29.680
Man müsste als KMU sich mal
so eine Checkliste vornehmen und gucken,

00:04:29.840 --> 00:04:34.160
machen wir da vielleicht schon was,
dann sind wir auf der sicheren Seite.

00:04:34.320 --> 00:04:37.040
Und wo haben wir
noch Optimierungspotenzial.

00:04:42.680 --> 00:04:47.160
Was in der Nachhaltigkeitsberichterstattung
an Berichtspunkten gefordert wird,

00:04:47.320 --> 00:04:50.160
spielt ganz stark
in den Arbeitsschutz rein.

00:04:50.320 --> 00:04:53.840
Wenn ein Unternehmen
bei der Gefährdungsbeurteilung,

00:04:54.000 --> 00:04:57.480
insbesondere Gefährdungsbeurteilung
psychischer Belastung,

00:04:57.640 --> 00:05:01.360
schon gut aufgestellt ist,
dann kann es also sehr viel berichten.

00:05:01.520 --> 00:05:03.600
Es kann viele substanzielle Inhalte

00:05:03.760 --> 00:05:06.720
in so einen Nachhaltigkeitsbericht
reinschreiben.

00:05:06.880 --> 00:05:09.800
Je besser ich aufgestellt bin
im Arbeitsschutz

00:05:09.960 --> 00:05:13.800
und beim Thema Gefährdungsbeurteilung,
auch psychische Belastung,

00:05:13.960 --> 00:05:16.720
desto leichter ist es
für das Unternehmen,

00:05:16.880 --> 00:05:21.760
authentisch, wahrheitsgetreu
und umfassend berichten zu können.

00:05:27.400 --> 00:05:31.160
Zum Thema ökologische Nachhaltigkeit
gibt es viele Vorarbeiten,

00:05:31.320 --> 00:05:35.360
zum Beispiel
vom Bundesministerium für Umwelt.

00:05:35.520 --> 00:05:41.720
Die sind sehr umfassend, sehr detailliert,
aber auch sehr gut gestaltet.

00:05:41.880 --> 00:05:45.360
Dann gibt es Checklisten
für nachhaltige Veranstaltungen.

00:05:45.520 --> 00:05:48.360
Wie kann ich zum Beispiel
ein größeres Event

00:05:48.520 --> 00:05:53.640
vielleicht gemeinsam mit anderen KMUs
nachhaltig ausrichten.

00:05:53.800 --> 00:05:55.960
Von mir gibt es eine Checkliste.

00:05:56.120 --> 00:05:59.760
Wie kann ich Maßnahmen
der betrieblichen Gesundheitsförderung

00:05:59.920 --> 00:06:04.600
und Events wie ein Beachvolleyballturnier
oder Fußballturnier,

00:06:04.760 --> 00:06:08.200
wie kann ich hier
Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigen.

00:06:08.360 --> 00:06:12.360
Nicht nur ökologische Nachhaltigkeit,
sondern auch soziale.

00:06:12.520 --> 00:06:15.200
Da geht es in Richtung
Menschen mit Behinderungen.

00:06:15.360 --> 00:06:19.920
Also ganz häufig
bei Gesundheitsangeboten im Betrieb

00:06:20.080 --> 00:06:24.400
tun sich Personen mit eingeschränkter
Sehfähigkeit oder Hörfähigkeit schwer,

00:06:24.560 --> 00:06:27.040
die tun sich schwer teilzunehmen.

00:06:27.200 --> 00:06:29.240
Solche sozialen Aspekte

00:06:29.400 --> 00:06:35.120
sollten bei der Planung und Organisation
von BGF-Maßnahmen berücksichtigt werden.

00:06:35.280 --> 00:06:40.080
Nachhaltigkeit ist nichts Neues.
Man muss sich nur bewusst machen,

00:06:40.240 --> 00:06:44.600
wo und in welchem Umfang
man schon nachhaltig agiert und handelt,

00:06:44.760 --> 00:06:48.360
und wo Optimierungspotenzial da ist,
Ausbaupotenzial.

00:06:50.040 --> 00:06:53.280
Weitere Informationen dazu
bietet der iga.Wegweiser

00:06:53.440 --> 00:06:56.480
'Nachhaltigkeit und betriebliches
Gesundheitsmanagement'.

00:06:56.640 --> 00:07:00.040
Darin findet man
neben Praxisbeispielen aus Unternehmen

00:07:00.200 --> 00:07:03.280
auch die Vorlage
zu einem Nachhaltigkeitscheck.

