Bewegung

Wie wichtig Bewegung für die Gesundheit ist und welche Bedeutung Aktivitäten und Aktionen in der Betrieblichen Gesundheitsförderung haben, gehört mittlerweile zum Allgemeinwissen. Doch immer wieder stellt sich die Frage, wie man das am besten umsetzen kann.

Für alle, die sich mit dem BGM beschäftigen, sind Aspekte wie Nachhaltigkeit, Motivation und Organisation wichtig.

In dieser Ausgabe finden Sie eine Reihe von interessanten Beispielen aus Betrieben zur Anregung und Nachahmung sowie eine praxisorientierte Einführung in das Thema „Bewegung“ von dem Arzt und ehemaligen Leistungssportler Dr. Thomas Wessinghage.

Ganzheitlich bewegt auf Inlineskates mit Ingo Froböse

Für alle die gern dynamisch unterwegs sind, ist Inline-Skaten die passende Sportart. Deutschlands Bewegungsexperte Professor Ingo Froböse ist von diesem Sport aus mehreren Gründen begeistert und gibt Tipps für Anfänger.

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Wer bekommt da nicht Lust, sich dieser Dynamik hinzugeben und los zu speeden? Diese Ausdauersportart hat viele Fans, und einer davon ist Professor Ingo Froböse, Deutschlands Bewegungsexperte und Leiter des „Instituts für Bewegungstherapie und Bewegungsorientierte Prävention und Rehabilitation“ an der Sporthochschule Köln.

PROF. DR. INGO FROBÖSE – Leiter des Zentrums für Gesundheit, DSHS Köln
„Man kommt schnell vorwärts, bedeutet also man kann es zu Transportzwecken benutzen, z.B. wenn man mal zur Arbeit geht, ruhig ein bisschen gleiten, das ist doch wunderbar! und schult das Gleichgewicht, natürlich auch das Zusammenspiel von Oberkörper und Unterkörper, so dass ich gerade auch für den Alltag sehr gut gewappnet bin, sicher durch die ganzen Alltagssituationen zu kommen, und schult das Herz-Kreislaufsystem, denn wenn man eine Zeit lang unterwegs ist, ist das ja wie ein Ausdauertraining. Pulsfrequenz, Herzfrequenz geht in die Höhe, Blutdruck verändert sich und dementsprechend heißt das: die Gefäße profitieren davon, die Lunge atmet viel mehr Sauerstoff und das Herz lernt, endlich einmal wieder kräftig zu arbeiten und verändert sich damit nachhaltig.“

Dieser ganzheitlich orientierte Ausdauersport ist ein guter Ausgleich für alle, die viel, oftmals zu viel sitzen, ob im Büro, im Homeoffice und auch in der Freizeit.
Doch bevor man so elegant dahingleiten oder beim Skatemarathon mitrollen kann, sollte man sich für den Einstieg eine geschützte Umgebung und kompetente Unterstützung holen. Die meisten Sportclubs bieten Kurse für Einsteiger an. Bei den Workshops des Sportclub Charlottenburg in Berlin sind alle Altersklassen vertreten. Anfänger und Profis rollen hier gemeinsam übers Tempelhofer Feld, so wie Elisabeth, sie steht erst seit wenigen Wochen auf Rollen.

ELISABETH – Kursteilnehmerin
Ich konnte als Kind ganz gut Rollschuh laufen, weshalb sollte ich als Erwachsener nicht Inliner laufen können.
Ich werde jedes Mal ein bisschen sicherer, es macht Spaß, es läuft bestens, die Fitness ist besser geworden.“

Etwas fit sollte man auch als Anfänger sein, oder vorab an seiner Kondition arbeiten. Wie das geht, dazu ein paar Tipps von Ingo Froböse.

PROF. DR. INGO FROBÖSE – Leiter des Zentrums für Gesundheit, DSHS Köln
Skigymnastik ist eine wunderbare Vorbereitung, weil häufig machen auch Skiläufer Skating, gerade in den Sommermonaten. Es gibt verschiedene Varianten, aber das ist eine sehr schöne Trainingsform. Und was ich natürlich lernen muss, auch hier meine Oberschenkelmuskulatur, weil das ist die belastetste Muskulatur zu üben und zu beüben, das bedeutet also immer in die Knie und lange und lange dort eben verbleiben, es ist letztendlich eine sehr schöne Übung, wo ich ganz stark auch meine Oberschenkelmuskulatur kräftige. Man könnte es auch so machen: indem ich mich zum Beispiel, gerade bei Anfängern, an die Wand lehne, meinen Rücken anlehne und dann ein bisschen in die Hocke gehe und dann harre und harre, und dann merke ich wie die Muskulatur brennt, aber gerade Gesäßmuskulatur und Oberschenkel wird wunderbar vorbereitet, also man lehnt sich in den Türrahmen oder an die Wand und wartet bis die Muskeln nicht mehr können.“

Skaten kann auch eine Alternative für Menschen sein, für die Joggen aufgrund der Gelenkbelastung schwierig ist.

MIKLAS NEUGEBAUER – Übungsleiter, SCC Berlin e.V.
Der große Vorteil am Skaten, find ich persönlich, dass man halt keine stoßenden Bewegungen hat bei seiner Sportbewegung, man setzt niemals hart auf, sondern immer schön sanft mit den Beinen, mit dem Knie.“

Eine wesentlicher Faktor, um sich auf den Rollen halten zu können, ist der Gleichgewichtssinn, und weil der ist nicht bei jedem gleichermaßen gut ausgeprägt ist, sollte man das vorab ein wenig üben.

PROF. DR. INGO FROBÖSE – Leiter des Zentrums für Gesundheit, DSHS Köln
„Gleichgewicht ist trainierbar, das muss man ganz klar sagen, und am besten kann man es zu Hause einfach beim Zähneputzen möglicherweise trainieren, oder wenn man in der Küche steht und vielleicht mal dort ein bisschen arbeitet. Was macht man: man stellt sich auf ein Bein, das heißt also letztlich so indem man auch mal auf die Nichtschokoladenseite geht und dann sagt man: okay bleib mal stehen, das schult das Gleichgewicht, genau wie beim Skaten auch. Dann wechselt man das Bein, bleibt stehen und macht einfach weiter und dadurch erfährt man eine Gesamtkörper- quasi Anspannung, die durch das Gleichgewicht reguliert wird. Ganz einfach 10 – 15 Sekunden mal gemacht, oder zwischendurch, wunderbar und das Gleichgewicht wird besser.“

Diese Altersgruppe hat in punkto Gleichgewicht kaum Probleme und besonders Kinder bewegen sich ziemlich schnell sicher auf den Rollen. Bei den Workshops des SC Charlottenburg trainiert Petra die Kinder und das macht ihr viel Spaß. Sie hat vor zehn Jahren mit dem Skaten begonnen und auch ihre Anfänge waren etwas holperig.

PETRA KLOß – Übungsleiterin, SCC Berlin e.V.
“Ich hab so angefangen, durch ’nen Zufall angefangen, und dann dachte ich na fährste mal den Marathon mit und bin dann auch verreist gleich nach Zypern zum Skatecamp und da musste ich dann erkennen, dass ich doch so eher der Capuccinofahrer bin … ich konnte nicht hinterher. Danach bin ich in den Verein eingetreten und dann ging’s bergauf.“

PETER KLOTZ – Mitglied, SCC Berlin e.V.
Ich hab den Sport angefangen weil ich gemerkt habe, stauchende Bewegungen wie Joggen sind nicht mehr das Richtige für mich und da ich also immer Sport treibe, war das für mich ne gute Alternative zu sagen: jetzt mach ich das. Ich finde das sehr entspannt für den Körper. Diese pendelnden Bewegungen und draußen, das hat – sag ich mal – irgendwo was Gutes für das eigene Glücksgefühl und dann hab ich mich vor drei Jahren entschieden hier beim SC Charlottenburg anzuheuern und das hab ich nicht bereut, weil das ein sehr gutes Team ist, viele engagierte Leute. Und das ist eigentlich auch wichtig, dass man im Team unterwegs ist und nicht vor sich hin fährt, Marathon kannste sicher für dich selber trainieren, aber die Stimmung in Berlin und andere Sachen ist einfach super, ich hab‘s nicht bereut und werd’s sicher die nächsten 20 Jahre auch noch machen, so Gott denn will.“

Ein Höhepunkt für jeden Skater ist die Teilnahme an einem Marathon. Es ist für alle ein gutes Gefühl in der Formation über den Asphalt zu rollen. Es geht eben nicht nur um Fitness – das Gefühl in einer Gemeinschaft zu agieren, dieser Punkt ist bei dieser Sportart mindestens genauso wichtig.

MIKLAS NEUGEBAUER – Übungsleiter, SCC Berlin e.V.
Es macht tierisch Spaß. Die Geschwindigkeit, die man im Zug aufbaut, kriegt man niemals alleine hin, das ist einfach ein geniales Feeling.“

PROF. DR. INGO FROBÖSE – Leiter des Zentrums für Gesundheit, DSHS Köln
Das Schöne ist in der Tat, man kann es gemeinsam machen, man kann gemeinsam Sport treiben, was bei vielen anderen Dingen ja einfach nicht der Fall ist.“

Bewegung ist das Ziel! Mehr dazu in verschiedenen Videos mit Professor Froböse in „Fit für Job und Leben“. Oder Sie besuchen die Website der BG RCI, denn hier gibt es eine ganze Reihe von Angeboten und Tipps, wie Bewegung gut in den Alltag integriert werden kann.

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